Über Neuwerder

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Das einstige Kolonistendorf Neuwerder, hervorgegangen aus einem feuchtschwarzen Luch, einem durchweg dauernassen Erlensumpfgebiet, ist seit 1768 Zug um Zug von Neusiedlern aus ganz Europa errichtet worden. Der Preußische König Friedrich der Große warb unerschrockene Facharbeiter, Hugenotten, Holländer, Franken, Schweizer in die Region. Meist mit Handwerksfähigkeiten, Entschlossenheit, Brieftasche und unermüdlichem Fortschrittswillen ausgerüstet, sind sie mindestens bis in die 3. Generation sesshaft geworden. Dann allerdings endete die ihnen bis dahin gewährte Wehrpflichtbefreiung von der preußischen Armee, und den Familien fehlten die tüchtigen jungen Männer.

Bis heute scheint es so geblieben zu sein. Neuwerder heute – es macht den Eindruck einer vollkommen von der neuen Zeit überholten Idylle.

Eine Anliegerstrasse nur, geschottert ohne feste Strassendecke, die heute meist als erstrebenswerte Segnung der Moderne gilt. Am Wege jahrhundertealter Baumbestand-Siedlerhäuser eines gewissermaßen überregionalen, europäischen Baustils im unterschiedlichen Zustand, können sowohl von guten alten Zeiten erzählen als auch von neuen.

In diesem Spannungsfeld wird einerseits das Symposium der Holzbildhauer angesiedelt und andererseits werden die mit Ortsbezug arbeitenden Künstler entsprechende Konzeptionen zu Fragen des Dorfes, des Landes, ebenso, wie zu Fragen des Lebens mit der Klimaveränderung, der Migration, stellen und ihre Sicht der Dinge in bildliche Form bringen.